Unser Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern ist ein wunderschönes, ein tolles Land zum Leben. Wir alle haben einen Grund, warum wir so gerne hier sind – seien es die Seen, die Strände, die wunderbaren – manchmal etwas wortkargen – Menschen, die Wälder, die Weite.

Für mich als Bootsbauerin ist es natürlich vor Allem unsere wunderschöne Ostsee.

In Vorpommern habe ich Wurzeln. Hier bin ich zuhause. Hier habe ich meine Ausbildung gemacht. Hier will ich bleiben. Wie viele andere – und doch gehen jedes Jahr viel zu viele. Nicht weil sie wollen – sondern weil sie müssen. Weil sie in Mecklenburg-Vorpommern immer noch nicht die Chancen sehen, sich und ihrer künftigen Familie eine Zukunft aufzubauen. Weil die Karrierechancen hier schlechter sind, als im Rest der Republik. Weil es Jobs gibt – aber meist nur im Niedriglohnsektor.

Ich will mit Euch dafür kämpfen, dass alle die wollen, auch bleiben können: ob alt oder jung, alteingesessen oder zugewandert, queer-feministische Aktivistin oder heterosexueller cis Briefmarkensammler, Biolandwirtin oder Bürokaufmann. Deswegen möchte ich mich einbringen.

Als junge Handwerkerin weiß ich, warum wir einen Fachkräftemangel haben. Ich weiß auch, warum ein Viertel aller Azubis ihre Ausbildung abbricht. Mit 515 Euro Ausbildungsvergütung sollen wir eine Wohnung, Essen und ein ÖPNV Ticket finanzieren. Das ist unmöglich und unverschämt! Wer arbeitet, muss davon leben können. Die Landesregierung ergeht sich in Ankündigungen – und nichts passiert. Wo ist das versprochene kostenlose Azubi Ticket?! Das Ausbildungsjahr startet und nichts ist da! Deswegen braucht es GRÜN und zwar auch in der Bundesregierung, denn dieses Problem muss für alle Azubis gelöst werden! Was ich damit sagen will: Wer Talente behalten möchte, muss sie auch wie solche behandeln: mit einem Mindestmaß an Respekt. Die Talente sind da, wir müssen aber auch den Rahmen schaffen, sie zu fördern. Wir brauchen ein Land zum Leben, auch für junge Talente.

Vieles funktioniert heute anders, also noch vor 10 oder 20 Jahren. Weil der technische Fortschritt rasant ist. Im Bootsbau heißt das: Vakuuminfusion statt Planken hobeln. Wirtschaft und Handwerk können nur dann Erfolg haben, wenn das Wissen um neue Methoden und Technik auch den Weg in die Praxis finden. Und dazu brauchen wir Ausbilderinnen und Ausbilder, die die neuesten Technologien verstehen und vermitteln können. Damit das gelingt, müssen wir das BBiG, das Berufsbildungsgesetz, reformieren.

Ein Bundesgesetz, das wohl von niemand besserem reformiert werden kann, als von einer jungen gerade fertig Ausgelernten. Und dann müssen wir natürlich noch dafür sorgen, dass die Ausgebildeten auch bleiben. Bleiben wollen, weil sie spannende Arbeit haben, in innovativen Unternehmen. Damit uns das gelingt, müssen wir die Wirtschaftsförderung der GroKo entscheidend ändern. Nicht Mitnahmeeffekte für die Großen, sondern gezielte Unterstützung lokaler Wirtschaft macht den Unterschied. Gerade kleine Unternehmen und Handwerksbetriebe mit 3, 5 oder 15 Mitarbeitenden, schaffen technologischen Mehrwert und sind meistens sozialer und mit dem Ort verbunden. Sie wandern nicht ab, sondern bauen auf.

Wir brauchen Toleranz für ALLE Menschen, die sich hier ein Leben aufbauen wollen: Egal welche Hautfarbe oder Religion sie haben, egal mit wem sie ihr Leben teilen wollen und welchen Dialekt sie sprechen. Wir brauchen ein Land zum Leben für alle.

Und auch die Wirtschaft braucht ein Land zum Leben für alle. Um in einer globalen Welt zukunftsfähig agieren zu können. Um sich international aufstellen und mitwachsen zu können. Um in internationalen Teams mitzuarbeiten, selbst internationale Erfahrungen einfließen lassen zu können, und um die Nachfolge ihrer Unternehmen zu ermöglichen. Unternehmen siedeln sich an und wachsen in einer offenen und toleranten Umgebung,- Wirtschaft und Arbeit sind längst international, sind bunt, sind tolerant.

Toleranz kann aber nicht verordnet werden, sondern muss gelebt werden. Das tun wir Grüne, und deswegen braucht es auch mindestens zwei von uns, aus Mecklenburg-Vorpommern, im nächsten Bundestag.

Lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen für alle aus unserem schönen Bundesland: Eine junge Handwerkerin aus dem Osten mischt sich ein und kämpft für grüne Ziele, auch im politischen Berlin!

Wir alle haben einen Grund, warum wir so gerne hier sind. 

Katharina Horn, Grüne Kandidatin für MV bei der Bundestagswahl 2021 (Listenplatz 2)